Was bisher passierte...

Tigerchens Geburt

Meine erste Schwangerschaft mit dem Tigerchen war ein Traum! Ich hatte keinerlei Beschwerden und mir ging es von Anfang bis Ende wirklich gut!

Die Geburt war auch “in Ordnung”. Um 14 Uhr begannen die ersten vorsichtigen Wehen, gegen 18 Uhr musste ich mit dem veratmen beginnen, etwa um 21 Uhr wurden sie langsam fies und ich nahm ein Bad. Alles in allem war ich aber sehr entspannt. Solange ich mich zuhause wol fühle, sollte ich das nach der Aussage unserer Hebamme auch sein. Allerdings kamen die Wehen noch immer sehr unregelmäßig – zwischen 2 Minuten und 10 Minuten war alles dabei. Nach dem Bad wurden sie dann langsam intensiver und gegen 23:30 haben wir dann unsere Beleghebamme angerufen und mal vorsichtig angedeutet, dass es bald losgehen könnte und sie wohl heute keine freie Nacht hat. Da ich mich zuhause noch wohl fühlte und es nach wie vor keine regelmäßigen Wehen gab, sollten wir uns noch einmal hinlegen. Das haben wir auch versucht, aber eine halbe Stunde später fühlte ich mich zuhause nicht mehr wohl. Die Wehen wurden immer fieser und veratmen viel mir wirklich sehr schwer. Ich konnte es auch nicht ertragen zu stehen / sitzen / liegen – ich musste laufen!

Wir sind dann also ins Krankenhaus, was zum Glück nur etwa 5 Autominuten von uns weg ist. Bevor ich ins Auto gestiegen bin – schnell eine Wehe abwarten – und erst dann sitzen. Dann eine fiese Wehe im Auto (sitzen – so ein Mist!) und dann direkt am Krankenhaus noch eine veratmen. Um 00:30 haben wir uns dann mit unserer Hebamme am Kreißsaal getroffen. Da war ich dann schon ziemlich fertig, wollte zwar laufen, aber langsam nahmen mir diese sehr schmerzhaften Wehen doch die Kraft. Mein Mann hat mich die ganze Zeit sehr gut unterstützt – vor allem die Orangen-Eiswürfel waren Gold wert. Mehr habe ich nicht herunterbekommen. Ich konnte und wollte auch nicht reden, ich wollte keine Musik – ich war viel zu sehr mit mir beschäftigt. Trotz der fiesen Schmerzen habe ich weiter versucht alles brav zu veratmen und nicht zu verkrampfen (da hat meine kleine Yoga-Erfahrung doch wirklich was gebracht). Es wurde nach dem Baby geschaut – alles in Ordnung, CTG zeigte meine Wehen – leider passten sie nicht mehr auf das Blatt, weil sie wohl doch etwas stärker als gewöhnlich waren. Muttermund war zu dem Zeitpunkt glaube ich bei 4cm. Nach einiger Zeit verließ mich dann meine Kraft und ich konnte wirklich nicht mehr stehen oder gehen und musste notgedrungen liegen, auch wenn ich es mir anders gewünscht hätte. Dem Tigerchen wurden die Wehen dann auch zu heftig und ich bekam einen Wehenhemmer. Ich kann mich an kaum noch etwas erinnern, weil ich zu dem Zeitpunkt einfach nur in Schmerzen getaucht war und hoffte, jemand bietet mir mal langsam etwas gegen die Schmerzen an. Das passierte leider (oder zum Glück?) nicht und ich hatte keine Kraft zu reden. Geschrieben habe ich auch nicht – ich war die ganze Zeit mucksmäuschenstill und habe im höchstfall etwas gestöhnt, laut geatmet und geächzt. Und dann war der Muttermund plötzlich auf – noch ein paar Presswehen und dann war der kleine Mann um 2:09 geboren. Gerade einmal 1 1/2 Stunden im Krankenhaus. Leider kann ich mich an die folgenden Momente nur noch ganz schemenhaft erinnern. Ich weiß, dass ich mich erschöpft habe zurückfallen lassen, weil ich wirklich nicht mehr konnte. Dann habe ich irgendwann (keine Ahnung – sofort? Nach dem abtrocknen? Wann denn nun?) meinen kleinen Schatz bekommen und damit waren dann auch die Schmerzen vergessen. Die Erschöpfung blieb natürlich. Aber das Glück überwog natürlich!

Nach einer sehr schönen ersten Bondingphase und erstem Stillen kamen wir dann auf unser Familienzimmer und konnten alle ein wenig schlafen… Leider war mein Erwachen nach ein paar Stunden alles andere als schön. Ich hatte geblutet. Sehr stark geblutet… alle Einlagen durch, die Unterlage im Bett durch und im Bett ein riesiger Blutfleck. Die Schwestern waren sichtlich genervt, was dass den nun war. Ich zog mich um und merkte da schon, dass mein Kreislauf wegkippte. Ich konnte mich alleine kaum auf den Beinen halten. Und so blieb es auch die nächsten Tage. Ich konnte erst am zweiten Tag nach der Entbindung mit viel Festhalten überall alleine zur Toilette laufen. Mein kleines Tigerchen alleine aus dem Bettchen heben ging ebenfalls nicht. Ich hatte keine Kraft und fühlte mich körperlich hundeelend. Ich hatte keine Schmerzen oder ähnliches – mir fehlte Blut. Denn ich blutete weiterhin sehr stark. Freitags morgens hatte ich mein Tigerchen entbunden, Montag morgen hatte ich die Abschlussuntersuchung beim Oberarzt. Mein hB Wert lag bei 6,4 – er kommentierte dann damit, dass rothaarige Frauen generell mehr bluten und das schon sein ehemaliger Chef immer sagte. Mehr sagte er nicht dazu. Der Weg zum Auto war fast unmöglich für mich – mir ging es wirklich so schlecht.

Und das blieb dann auch leider zuhause noch lange so. Meine junge Hebamme sagte dazu leider nur “das kommt schonmal vor”, an einem anderen Tag sagte mir die ältere Hebamme aus dem Hebammenteam beim Hausbesuch, dass ich durchaus auch eine Blutkonserve hätte bekommen können, wäre ich kein junger fitter Mensch. Na großartig.

Es blieb dabei – ich blutete weiter vor mich hin. Auf jede Frage meiner Hebamme, ob die Blutungen langsam weniger würden, verneinte ich. Sie wurden erst nach 8 (!!!) Wochen weniger. Aufgehört hatten sie noch lange nicht. Und auch erst zu diesem Zeitpunkt ging es mir ganz langsam besser. Leider wurde mir seitens der jungen Hebamme immer versichert, das könne vorkommen und wäre nicht ungewöhnlich. Daher ging ich nicht zum Arzt sondern fühlte mich stattdessen schlecht, weil anscheinend sonst niemand solche Probleme hat und ich wohl eine Memme war… ich konnte die ersten Wochen keine langen Strecken laufen, die Wohnung verlassen oder mich richtig um mein Tigerchen kümmern. Ich bin meinem Mann so dankbar, dass er in dieser Zeit seine Elternzeit hatte und alles – wirklich alles – machte. Ich konnte nur sitzen und stillen. Mehr war mir leider nicht möglich. Mir ging es wirklich schlecht und das drückte natürlich auf die Stimmung – ich konnte nicht wie ich wollte und darunter litt sicherlich auch das Tigerchen. Mir ging es körperlich einfach zu schlecht um mich unbeschwert zu freuen. Depressiv war ich nicht – einfach nur ausgeblutet. Ich bin mir sicher, dass mein hB Wert zu diesem Zeitpunkt noch weiter im Keller war. Dank Kräuterblut ging es dann aber irgendwann wieder bergauf. Als ich nach 12 Wochen zur Abschlusskontrolle bei meiner Frauenärztin war, blutete ich immer noch etwas, aber wirklich nicht viel. Auch hier wurde leider nicht darauf eingegangen.

Als mein kleiner Tiger dann etwas über 3 Monate alt war, kam ich langsam wieder zu alter Form. Richtig fit war ich aber erst wieder nach einem halben Jahr. Diese Zeit war sehr schlimm für mich und ich denke nur mit Grauen daran. Dabei hätte es doch so schön sein sollen.

Nun stand schon länger Kinderwunsch Nr. 2 an – aber damit ganz eng verbunden auch die Angst, mir könnte es wieder so gehen. Daher habe ich Nachforschungen angestellt und kam dann – vor allem, durch eigenen Einsatz – endlich zu einer Diagnose, die mir die Angst vor einer zweiten Geburt weitestgehend nimmt. Aber dazu ein anderes mal ;-)

Wunschkind Nr. 2 – und der Weg dorthin

Als ich 20 war, habe ich immer gesagt: Wenn, dann werde ich nur einmal schwanger – und bis dahin habe ich noch laaange Zeit. Frühestens in 10 Jahre.

Mit letzterem bin ich meinen “Prinzipien” auch treu geblieben. Ich wollte erst eine abgeschlossene Ausbildung und im Beruf Fuß fassen. Privat heiraten, gemeinsam schöne Reisen unternehmen und auch anderes machen, was mit Kind dann später “schwierig” wird. Vor allem konnte ich es mir aber gar nicht vorstellen, Mutter zu sein. Zu Kindern hatte ich ein liebevoll distanziertes Verhältnis – es war schön, wenn jemand eines bekommen hat und ich habe mich mitgefreut, aber so richtig konnte ich mit den kleinen Bündeln nichts anfangen und in mir ist da auch kein Kinderwunsch wach geworden. Und so ein Kind halten? Oh je – da sah man mir meine Unbeholfenheit schon sehr an. Aber da für mich – nachdem ich meinen Mann kennengelernt hatte – feststand, dass wir gerne Kinder haben wollen (er hätte auch schon früher losgelegt), haben wir das nach meinem 29. Geburtstag auch aktiv “angepackt”. Und der Erfolg stellte sich recht schnell ein und im April 2012 kam dann unser Tigerchen zu uns.

Und schon einige Monate nach der Geburt merkte ich, dass Mutter Natur mir da plötzlich – zusammen mit den vielen schönen Muttergefühlen – noch etwas anderes ins Ohr flüsterte. “Nur ein Kind? Neeeein! Noch mindestens ein Zweites – besser aber sogar noch mehr!”. Das habe ich nun wirklich nicht kommen sehen. Dass ich innerhalb kürzester Zeit sehr in meine neue Mutterrolle hineingewachsen sein würde, habe ich erwartet – ich habe da ganz auf Mutter Natur vertraut. Die Menschheit ist nicht umsonst so “erfolgreich”. Aber das ich so viel Gefallen daran finde, dass ich mehr Kinder haben wollen würde? Nein – das war wirklich undenkbar! Aber zum Glück kann man seine “Prinzipien” auch mal über den Haufen werfen, wenn sie veraltet sind und einfach nicht mehr passen wollen. Und so war ganz schnell klar, dass es auch noch einen zweiten Lauselümmel geben soll.

Aber wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Einigen ist es wichtig einen geringen Altersabstand zu haben, während andere erst einmal das erste Kind aus dem Gröbsten heraus haben wollen. Ich denke, diese Frage ist immer nur individuell zu beantworten. Mir war und ist es wichtig, dass das Tigerchen erst einmal etwas größer und in sich gefestigter wird. An diesem Punkt sind wir nun. Ein anderer wichtiger Punkt war für mich, dass ich auch wieder eine Weile mit etwas mehr Stunden arbeiten gehe, um dann auch wieder ein gutes Elterngeld zu erhalten. Ja – das ist etwas berechnend, aber leider zahlen sich die Rechnungen nicht von alleine und die reiche Erbtante gibt es hier auch nicht. Und zu guter Letzt galt es auch noch gesundheitlich einen wichtigen Punkt bei mir abzuklären, was aber nun zum Glück auch geschehen ist. Hierzu werde ich auch noch einmal ausführlicher schreiben.

Jedenfalls ist es nun an der Zeit “loszulegen”. Sollte es auf Anhieb klappen, käme Nummer Zwei einige Wochen nachdem das Tigerchen 3 geworden ist. Das wäre für mich schon sehr perfekt. Das gilt aber auch noch für das ganze halbe Jahr danach. Wir sind nun also gespannt, was Mutter Natur zu unseren Plänen sagt und fangen mit dem entspannten Hibbeln an. Mal sehen, wann die Entspannung dann der Ungeduld weicht ;-)

Los geht’s!

Nun bin ich also auch in die Blogger-Welt eingetaucht. Ganz schön spannend! Ich muss ja gestehen, dass es auch ein gutes Stück Neugier ist, die mich zum Schreiben dieses Blogs animiert hat.

Aber was ist eigentlich der Hauptgrund? Wahrscheinlich weil ich in den letzten 2 Jahren mit unserem Tigerchen unheimlich viel von den Erfahrungen anderer Eltern profitiert habe. Und dadurch erst so manchen meiner Standpunkte deutlich verändern konnte. Vieles habe ich nämlich einfach als “das machen doch alle so – das ist gut so” akzeptiert und wenig hinterfragt. Aber wenn man dann anfängt auf sein Bauchgefühl zu hören und doch einiges anders macht als die anderen, dann fängt man doch an, die anderen Dinge zu hinterfragen. Und so kam dann eines zum anderen und mittlerweile sind wir als Familie schon gut auf unserem eigenen Weg angekommen. Ich gehöre nämlich nicht zu den “Eltern-Extremisten” die nur einen Weg als den Richtigen ansehen, sondern bin vielmehr der Ansicht, dass jede Familie Ihren eigenen Weg finden muss – eben den, der für sie richtig ist und passt. Allerdings – und hier liegt der Knackpunkt – möglichst nach vorheriger Abwägung der einzelnen Alternativen! Und wenn man die Alternativen nicht kennt oder gar nicht erst kennen will oder aus Prinzip total ablehnt – dann finde ich das schade.

Ich will in diesem Blog über unseren Weg und unsere individuellen Entscheidungen schreiben. Ganz, wie es sich so ergibt. Und vielleicht kann ich ja damit dem einen oder anderen auch einen guten Tipp oder einen neuen Gedankenanstoss geben. Das würde mich schon sehr freuen! Ich bin gespannt, wohin mich diese Reise führen wird…