Als ich 20 war, habe ich immer gesagt: Wenn, dann werde ich nur einmal schwanger – und bis dahin habe ich noch laaange Zeit. Frühestens in 10 Jahre.

Mit letzterem bin ich meinen “Prinzipien” auch treu geblieben. Ich wollte erst eine abgeschlossene Ausbildung und im Beruf Fuß fassen. Privat heiraten, gemeinsam schöne Reisen unternehmen und auch anderes machen, was mit Kind dann später “schwierig” wird. Vor allem konnte ich es mir aber gar nicht vorstellen, Mutter zu sein. Zu Kindern hatte ich ein liebevoll distanziertes Verhältnis – es war schön, wenn jemand eines bekommen hat und ich habe mich mitgefreut, aber so richtig konnte ich mit den kleinen Bündeln nichts anfangen und in mir ist da auch kein Kinderwunsch wach geworden. Und so ein Kind halten? Oh je – da sah man mir meine Unbeholfenheit schon sehr an. Aber da für mich – nachdem ich meinen Mann kennengelernt hatte – feststand, dass wir gerne Kinder haben wollen (er hätte auch schon früher losgelegt), haben wir das nach meinem 29. Geburtstag auch aktiv “angepackt”. Und der Erfolg stellte sich recht schnell ein und im April 2012 kam dann unser Tigerchen zu uns.

Und schon einige Monate nach der Geburt merkte ich, dass Mutter Natur mir da plötzlich – zusammen mit den vielen schönen Muttergefühlen – noch etwas anderes ins Ohr flüsterte. “Nur ein Kind? Neeeein! Noch mindestens ein Zweites – besser aber sogar noch mehr!”. Das habe ich nun wirklich nicht kommen sehen. Dass ich innerhalb kürzester Zeit sehr in meine neue Mutterrolle hineingewachsen sein würde, habe ich erwartet – ich habe da ganz auf Mutter Natur vertraut. Die Menschheit ist nicht umsonst so “erfolgreich”. Aber das ich so viel Gefallen daran finde, dass ich mehr Kinder haben wollen würde? Nein – das war wirklich undenkbar! Aber zum Glück kann man seine “Prinzipien” auch mal über den Haufen werfen, wenn sie veraltet sind und einfach nicht mehr passen wollen. Und so war ganz schnell klar, dass es auch noch einen zweiten Lauselümmel geben soll.

Aber wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Einigen ist es wichtig einen geringen Altersabstand zu haben, während andere erst einmal das erste Kind aus dem Gröbsten heraus haben wollen. Ich denke, diese Frage ist immer nur individuell zu beantworten. Mir war und ist es wichtig, dass das Tigerchen erst einmal etwas größer und in sich gefestigter wird. An diesem Punkt sind wir nun. Ein anderer wichtiger Punkt war für mich, dass ich auch wieder eine Weile mit etwas mehr Stunden arbeiten gehe, um dann auch wieder ein gutes Elterngeld zu erhalten. Ja – das ist etwas berechnend, aber leider zahlen sich die Rechnungen nicht von alleine und die reiche Erbtante gibt es hier auch nicht. Und zu guter Letzt galt es auch noch gesundheitlich einen wichtigen Punkt bei mir abzuklären, was aber nun zum Glück auch geschehen ist. Hierzu werde ich auch noch einmal ausführlicher schreiben.

Jedenfalls ist es nun an der Zeit “loszulegen”. Sollte es auf Anhieb klappen, käme Nummer Zwei einige Wochen nachdem das Tigerchen 3 geworden ist. Das wäre für mich schon sehr perfekt. Das gilt aber auch noch für das ganze halbe Jahr danach. Wir sind nun also gespannt, was Mutter Natur zu unseren Plänen sagt und fangen mit dem entspannten Hibbeln an. Mal sehen, wann die Entspannung dann der Ungeduld weicht ;-)